Berufsfeuerwehrtag der Jugendfeuerwehren der Stadt Florstadt 2026

Spannung, Teamgeist und jede Menge Adrenalin: Am 18. und 19. September 2026 absolvierten die Jugendfeuerwehren der Stadt Florstadt ihre traditionelle 24-Stunden-Übung. Ein ganzes Wochenende lang schlüpften die Nachwuchsretter in die Rolle einer Berufsfeuerwehr, besetzten eigene Wachen und stellten sich realitätsnahen Einsatzszenarien, die ihnen sowohl taktisches Geschick als auch vollen körperlichen Einsatz abverlangten. 

Der Startschuss fiel am Freitag, als die Jugendlichen ihre Quartiere bezogen. Um den logistischen Ablauf zu sichern, wurden im Stadtgebiet zwei Wachen eingerichtet: Die Wache 1 befand sich in der Kernstadt, während die Wache 2 in Nieder-Mockstadt bezogen wurde. Letztere bildete sich aus einem starken Zusammenschluss der Jugendfeuerwehren aus Nieder-Mockstadt, Staden und Stammheim. Kaum waren die Feldbetten aufgeschlagen und die Fahrzeuge überprüft, folgte auch schon die erste Alarmierung. 

Das Organisationsteam hatte sich ein abwechslungsreiches Programm ausgedacht, das die gesamte Bandbreite des Feuerwehralltags abdeckte. Die Jugendlichen mussten flexibel reagieren: von kleineren Hilfeleistungen wie dem Beseitigen einer Ölspur über Kleinbrände bis hin zu fordernden Einsätzen auf einem Feld, wo ein simulierter Vegetationsbrand rasch eingedämmt werden musste. 

Das absolute Highlight des ersten Tages wartete jedoch in den späten Abendstunden auf die Wachen. Unter dem Stichwort „Scheunenbrand“ rückten die Jugendlichen in die Dunkelheit aus. Vor Ort bot sich ein dramatisches Bild: Eine dichte Verrauchung und ein real inszeniertes Feuer forderten die Nachwuchskräfte heraus. Hier waren besonders die jugendlichen Einsatzleiter gefragt, die unter Stress die richtige Entscheidung treffen mussten. Vor der klassischen Prioritätenfrage „Personenrettung oder Brandbekämpfung?“ bewiesen die Nachwuchs-Führungskräfte kühlen Kopf. Sie leiteten unverzüglich die Personensuche im verrauchten Bereich ein, während parallel der Löschangriff aufgebaut wurde. 

Der krönende Abschluss des 24-Stunden-Dienstes folgte am Samstagnachmittag im Industriegebiet in Nieder-Florstadt. Das Übungsobjekt, die bekannte „Caravan Klinik“, bot die perfekte Kulisse für ein groß angelegtes Unfallszenario: Ein Industriegroßbrand mit insgesamt 12 vermissten Personen in einem extrem verwinkelten Gebäudekomplex. 

Bei dieser Großübung waren alle Teilnehmer sowie externe Unterstützung gefordert. Hand in Hand arbeiteten die Jugendfeuerwehren mit dem Jugend Rotkreuz aus Reichelsheim und Bad Nauheim zusammen. Während die Feuerwehrkräfte unter Atemschutzattrappen in das Gebäude vordrangen, um die vermissten Personen zu finden und zu retten, bauten die jungen Sanitäter vor Ort eine Patientensammelstelle auf. Die Geretteten wurden umgehend medizinisch erstversorgt und im Anschluss mit Rettungswagen zur fiktiven Weiterbehandlung abtransportiert. Diese organisationsübergreifende Zusammenarbeit funktionierte reibungslos und zeigte eindrucksvoll, wie gut die Rettungskräfte von morgen schon heute an einem Strang ziehen.  

Als am Samstagnachmittag der Dienst endete und die Wachen wieder zurückgebaut wurden, blickte man in erschöpfte, aber überaus stolze Gesichter. Die Jugendlichen haben an diesem Wochenende nicht nur ihr feuerwehrtechnisches Wissen vertieft, sondern auch bewiesen, dass auf den Florstädter Feuerwehrnachwuchs im Ernstfall absolut Verlass ist. Ein großer Dank gilt allen Organisatoren, Betreuern sowie den Unterstützern der Hilfsorganisationen, die dieses prägende Wochenende möglich gemacht haben.